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Wanderung Harburg Centrum - Appelbüttel

08. März 2015 – Zum ersten Mal in diesem Jahr knackt die Temperatur die 16°-Marke. Die Sonne streichelt mein Gemüt. Ideales Wetter zum Spazierengehen.

Da ich gerne neue Wege ausprobiere, habe ich mir für heute Mittag den Wanderweg Harburg-Appelbüttel vorgenommen. Mein Startpunkt ist Harburg Rathaus, gut zu erreichen durch die Bus- und S-Bahnhaltestelle. Dort halten so ziemlich alle Busse, die im Süden Hamburgs unterwegs sind. Und auch über S3 und S31 ist der Startpunkt gut zu erreichen. Am Ziel befindet sich ebenfalls eine Bushalte – dort fahren die Linien 144, 340 und 4244. Allerdings solltet ihr euch vorher über geofox.de erkundigen, wann es zurück in die Stadt geht. Denn gar so häufig fahren die Busse dort nicht.

Startpunkt Rathaus Harburg ist übrigens missverständlich. Ich bin selbst bei meinem ersten Spaziergang darauf hereingefallen. Den Platz vor dem Rathaus habe ich nach dem ersten gelben Pfeil des Wanderwegs vergeblich abgesucht. Fehlanzeige. Erst, als ich immer größere Kreise um den Rathausplatz zog, schließlich an der Maretstraße den ersten Pfeil fand und ihn zum Ausgangspunkt der Wanderung zurückverfolgte, stellte ich fest, dass der offizielle Beginn des Wanderwegs sich am Ausgang der Harburg-Arcaden im Lüneburger Tor befindet. Dort, am Aufgang der S-Bahn, hängt das Schild, das die Entfernung nach Appelbüttel mit 6km angibt. Gutes Wandertempo eine Stunde, Spaziergeh-Tempo mit Pausen zum Fotoshooting etwa 1,5 – inklusive Schnitzeljagd bei Erstbegehung des Weges 2,5 Stunden.

Die ersten Meter der Wanderung durch das Lüneburger Tor sind sehr gut ausgeschildert. Fast an jedem Laternenmast klebt ein gelber Pfeil.

Die drei Köpfe - Kunst in der Lüneburger Straße

Bei den drei Köpfen geht es rechts ab durch den unteren Teil der Bremer Straße. Ich habe eine Weile gegoogelt, um herauszufinden, was es mit diesen Köpfen auf sich hat, bin aber zu keinem brauchbaren Ergebnis gekommen. Wer etwas weiß, kann gern in den Bemerkungen zu diesem Video auf YouTube gern einen Kommentar hinterlassen. Würde mich tatsächlich interessieren, wer wann auf die Idee kam, die Köpfe hier in der Harburger Fußgängerzone zu platzieren. Und ob sie eine besondere Bedeutung haben oder einfach nur Kunst sind. Und vielleicht, ob es Absicht ist, dass einer der drei Köpfe seitwärts liegt.

Von hier aus sind die St. Johanniskirche und das Kriegerdenkmal schon gut zu sehen. Einmal über die Ampel und vor dem Denkmal links ab, nicht in die Maretstraße, sondern auf den Fußweg rechts daneben, der zum alten Friedhof führt. Der Wanderweg ist hier nicht übermäßig gut ausgeschildert, aber da ich mir den Routenverlauf vorher im Netz angesehen habe, ahne ich, wo es längsgeht.

Ich habe versucht, in diesem Video in jeder Kameraeinstellung einen Pfeil mit ins Bild zu bekommen. Insofern könnt ihr gern mitraten, wo es längs geht. So nehmt ihr ein wenig Teil an der Schnitzeljagd, die zwangsläufig dazugehört, wenn ihr wie ich versucht, den Pfeilen zu folgen.

Auf dem Alten Friedhof Harburg

Kaum auf dem Alten Friedhof Harburg angekommen, wird es gemein. Hier gabelt sich der Weg, einmal treppauf, einmal ebenerdig geradeaus. Der Pfeil versteckt sich am Geländer der Treppe. Und zeigt, wie sich nach wenigen Metern herausstellt, in die verkehrte Richtung. Ich bin ihm natürlich gefolgt – und hatte dann das Vergnügen, über einen wunderschön geschwungenen Weg ins Zentrum des Friedhofs zu gelangen. Nur Pfeile gab es auf diesem Weg nicht mehr. Nachdem ich eine ganze Weile gesucht hatte, fand ich dann den nächsten Pfeil am oberen Ende der Treppe.

Ganz offensichtlich waren einige Pfeile übermalt worden – und an einigen Stellen sah es so aus, als seien die Kleber mit dem Wanderwegsymbol abgerissen worden. Der nächste real existierende Pfeil ist - wenn ich mich recht erinnere, von einem Rhododendron - zugewuchert, was ihm wahrscheinlich das Überleben gesichert hat. Wer genau hinsieht, kann ihn links des Weges etwas über Kopfhöhe an einem Laternenpfahl finden.

Ein wenig später wird es wieder besser mit der Kennzeichnung des Weges. Dort hat sich offensichtlich jemand die Mühe gemacht, neue Schilder anzubringen.

Ich überquere den Platz an der Baererstraße und halte mich rechts vom Fußballplatz, hin zur Fußgängerbrücke über die B75, Hohe Straße. An der Laterne findet sich der nächste Pfeil, der allerdings offen lässt, ob es über die Brücke rüber oder links von ihr bergabwärts geht. Da ich weiß, dass der Wanderweg durch den Harburger Stadtpark verläuft, fällt mir die Entscheidung leicht: Ich überquere die Brücke.

Blick auf die Außenmühle Harburg

Um sofort vor dem nächsten Rätsel zu stehen. Wieder findet sich ein Pfeil, der allerdings nur zu einer gut gemeinten Aussichtsplattform mit Sitzbänken führt, die inzwischen aufgrund biotopischer Anarchie vollkommen zugewuchert ist. Mal abgesehen davon, dass es von dieser Plattform aus nicht mehr viel zu sehen gibt außer Bäumen und Strauchwerk, ist sie vor allem eine Sackgasse. Ich gehe mal davon aus, dass irgendein Witzbold das Schild abgemacht und verkehrt herum wieder befestigt hat. Wer ihn nicht gefunden hat: Der Pfeil befindet sich auf dem Geländer, ziemlich genau in der Mitte des Bildes.

Um das Rätsel zu lösen: Vor der Aussichtsplattform geht es links bergab in Richtung Außenmühle. Das ist der Name des Sees, der eigentlich nur für eine Wassermühle angestaut worden war und der im 17. Jahrhunder als größter Fischteich des Amts Harburg galt. Die namensgebende Mühle gibt es dort schon seit 1930 nicht mehr. Wer den Pfeilen folgen will: der nächste befindet sich im Baum in der Weggabelung. Auch am unteren Anfang des Treppengeländers gibt es eine Bestätigung, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde.

Jetzt geht es eine ganze Weile am Ufer der Außenmühle entlang. Pfeile treten sporadisch auf. Ich habe, statt mir Ärger mit den unzähligen Spaziergängern einzuhandeln, lieber ein paar Impressionen vom See aufgenommen.

Treppe im Harburger Stadtpark

Ein Teil der Wege im Stadtpark wird gerade neu angelegt. Da sie noch von einem Bauzaun gesichert sind, wirkt dieses Bild verlassener, als der Stadtpark am Sonntagnachmittag tatsächlich ist. Wer sich bewusst gegen einen Slalomlauf herum um Spaziergänger, Familienausflügler und Jogger entscheidet, dem sind die Nebenwege, die teilweise sehr malerisch über die Hügel führen, wärmstens zu empfehlen. Allerdings sollte man dafür die Gegend entweder kennen oder aber ein Navi dabei haben. Denn im Stadtpark mit seinen 90 Hektar Grundfläche kann man sich bei Bedarf wunderbar verlaufen. 

Das war es jetzt auch mit dem Stadtpark. Rein theoretisch könnte man bei dieser Wanderung noch eine ganze Weile am Wasser bleiben und dann entlang des Schulteichgrabens über Langenbecker Weg und Feuerteichweg zum Marmstorfer Schulteich gelangen. Die Mitglieder des Wandervereins, die für die Ausschilderung des Wegs verantwortlich sind, haben sich jedoch dagegen entschieden und führen die Wanderer statt dessen über die Elfenwiese nach Marmstorf.

Auf diese Weise verlassen wir den Stadtpark am Nymphenweg und biegen links in diesen ein. Wer genau hinsieht, erkennt am Straßenschild Nymphenweg die nächsten Pfeile. Dort geht es tatsächlich zwischen Schule und Eigentümergemeinschaft Nymphenweg auf einem schmalen Trampelpfad leicht bergan. Leicht zu verfehlen, zumal, wenn man nicht damit rechnet.

Elfenwiese Harburg-Marmstorf

Oben geht es zur Elfenwiese mit idyllischem Blick über Marmstorf. Letztlich ist es egal, ob man sich oberhalb der Wiese links hält, wie es die Pfeile anbieten, oder geradeaus geht.  Denn die Straße unterhalb der Wiese erreicht man auf beiden Wegen früher oder später. Auf ihr geht es rechts in Richtung Marmstorfer Kirche, die offizielle Auferstehungskirche heißt, aber eigentlich von niemandem so genannt wird. Sie wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg hochgezogen und ist eher zweckmäßig als schön.

Warum die Wandervögel ausgerechnet den Marmstorfer Weg als Teil der Route ausgewählt haben, erschließt sich mir nicht völlig. Hier gibt es so gut wie nichts zu sehen außer Autos. Und dort, wo die Straße links ab in den Langenbeker Weg übergeht, steht lediglich der alte Schützenhof Marmstorf, der aber so aussieht, als seien die Schützen schon lange nicht mehr dort gewesen. Immerhin nähere ich mich nun dem historischen Dorfkern mit seinen charakteristischen Bauernhäusern und Kopfsteinpflaster.

Vor dem alten Schützenhof Marmstorf geht es dann rechts in den Feuerteichweg zum Schulteich. Ab hier fehlen die Pfeile für eine Weile völlig. Rechts vom Teich halten, hinein in den Appelbüttler Weg und von da an immer der Straße folgen. Pfeile gibt es erst wieder am Ende der kleinen Siedlung. Hier wird es noch einmal richtig ländlich, vorbei an idyllischen Wiesen und Weiden, die gerade von den Maulwürfen bearbeitet werden.

Bach im Appelbütteler Tal

Wir befinden uns jetzt im Appelbütteler Tal, fast schon am Ende des Spaziergangs. Dieses Bachtal ist durch Schmelzwasser und Wind in mehreren Phasen während der Saale-Eiszeit und er Weichseleiszeit ausgebildet worden. Grabfunde lassen darauf schließen, dass es hier schon zur Steinzeit erste Siedlungen gegeben hat. Im Helmsmuseum lässt sich das hier in der Gegend gefundene Grabinventar in voller Schönheit bewundern.

Und das war es auch schon. Durch ein kleines Wäldchen geht es jetzt wieder berauf zur Bremer Straße. Der Appelbütteler Weg endet dort. Wer noch keine Lust hat, umzukehren, kann bis zum Kiekeberg weiterlaufen. Auch von dort fahren Busse nach Harburg. Ansonsten befindet sich der Endpunkt dieses Wanderwegs an der Bushaltestelle „Appelbütteler Weg“.

Nutzt die Kommentarfunktion, um euren Senf zum Video zu geben. Im Info-Kasten unten findet ihr den Link zur Strecke auf OpenStreetMap. Falls ihr mit SmartPhone wandert, kann das vielleicht ganz hilfreich sein. Für diejenigen, die gern mit Wander-Navi unterwegs sind - so wie ich - habe ich inzwischen auch den dazugehörigen gpx-file auf OpenStreetMap gefunden und ebenfalls im Info-Kasten verlinkt.

Macht’s gut, bis zum nächsten Mal.

Die Route des Wanderwegs auf OpenStreetMap:
http://www.openstreetmap.org/relation/2431925#map=14/53.4458/9.9661

Der gpx-file zur Tour:
http://osmrm.openstreetmap.de/gpx.jsp?id=2431925