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Email an Eddy vom 27.09.2007

St. Pieterskirche, Leuven, mitmang der Studenten-Kneipen

Hilfe, haltet die Zeit an :-)

Während ich am Anfang meines Urlaubs noch ständig "Druk in Leuven" laufen hatte, ist mittlerweile Jane Birkin mit ihrem "Comment te dire adieu" mein regelmäßiger musikalischer Begleiter, jenes alte Chanson von Serge Gainsbourg, das sie anlässlich seines Todes neu aufgenommen hatte.

Meine zwei Wochen Leuven sind beinahe um, und die Vorstellung gefällt mir gar nicht, meine Reisetasche zu packen und wieder gen Hamburg fahren zu müssen. Das war doch Urlaub, Himmel noch eins!

Eigentlich wollte ich ja jede Menge Ansichtskarten von hier aus verschicken. Aber Leuven ist keine Touristenstadt, wirklich nicht. Sie lebt von Studenten. Es ist mir bis gestern nicht gelungen, irgendwo Karten der Stadt aufzutreiben. Bin nahe dran, irgendeinem Verlag meine gesammelten Fotografien zur Verfügung zu stellen, um diese Lücke zu schließen. Wenn also Dein Briefkasten - anders als versprochen - leer geblieben ist, Eddy, liegt das nicht am fehlenden guten Willen. Ich weiß wohl, dass eine Email nur ein schwacher Ersatz ist.

Auf meiner Wettervorhersage für Leuven kann ich leider nicht erkennen, wie das jeweilige Tief heißt, das da gegen meine Fensterscheiben prasselt, und woher es kommt. Ich merke nur, dass Leuven zunehmend feuchter wird. Hier mit Heizung und Tee im Trockenen zu sitzen, ist deutlich angenehmer, als noch einmal durch die Nässe zu stapfen.

Bin gerade dabei, noch mal die Akten-Funde des heutigen Tages durchzugehen, um mich auf das Gespräch mit einem hiesigen Studenten vorzubereiten, der ebenfalls am Thema "Flandrische Jesuiten während der Renaissance" sitzt und seine Abschlussarbeit darüber schreibt. Bin schon neugierig auf ihn. Bisher haben wir nur zweimal telefoniert.

Inhaltlich war mein Urlaub ein voller Erfolg. Viele Dinge, die bisher völlig im Nebel lagen, sind jetzt klarer. Viele Fragen beantwortet. Auch das Gespräch, das ich heute Vormittag mit Eddi Put, dem Leiter des Reichsarchivs hatte, brachte mich noch einmal auf ein paar gute Spuren. Put, ein kleiner, leicht rundlicher Mann mit Schlips und Anzug, hat selbst einige Publikationen über die Jesuiten veröffentlicht, und mir ein paar Seiten eines seiner Manuskripte über die Sodalitäten zur Verfügung gestellt. Wie immer bei solchen Arbeiten sind die Fußnoten besonders interessant, so dass ich von ihm aus gleich in die Bibliothek weiterstiefelte, um neues Material zu sichten. Kein Wunder, dass ich heute mal wieder mit vollen Taschen nach Hause kam. Nach Hause. Seufz. Ich werde die Flat vermissen.

Ein paar ganz herzliche Grüße, auch an Ilona,

Norbert