Startseite | Impressum | Kontakt | Sitemap

Auf Recherche in Leuven

Die Dijle im Großen Beginenhof

Alles ist ganz anders. Die Stadt ist größer, vielseitiger, unübersichtlicher. Konnte in den Niederlande, zumindest in den Tourismushochburgen, so ziemlich jeder Deutsch, habe ich hier erst einmal ein Gespräch in meiner Muttersprache geführt. Es hat sich also gelohnt, vor der Reise kräftig Niederländisch zu büffeln. Allerdings habe ich die Befürchtung, dass nicht jeder, mit dem ich mich hier unterhalte, mein Gestammel tatsächlich für Niederländisch hält. Immerhin ist Niederländisch eine Schwestersprache des Deutschen. Ich möchte nicht wissen, wie viele meiner Gesprächspartner glaubten, mein Deutsch gut zu verstehen, während ich mich glücklich schätzte über meine Fremdsprachenfähigkeiten. Und anders herum.

Das allgemeine Sprachwirrwarr fängt schon auf dem Weg hierher an. Am Bahnhof kein Hinweis auf meinen Bestimmungsort. Aber die Züge halten in Louvain, wenn mir das hilft. Na danke. Hat auch eine Weile gedauert, bis ich begriff, dass Liège, das ich nur schneienderweise von Jacques Brel kenne, ganz in der Nähe von Lüttich liegt ;-) Die nächste Überraschung direkt nach der Grenze. Ganz auf Belgisch eingestellt, erschrecke ich fast, als mich der Fahrkartenkontrolleur mit einem fröhlichen "Bonjour" begrüßt, um mir nach Ansicht der Fahrkarte ebenfalls auf französisch zu erklären, wo ich das nächste Mal umsteigen muss. Ich befinde mich ganz offensichtlich im wallonischen Teil von Brabant, dem französisch-sprachigen. Erst eine Station vor Löwen ändert sich die Anzeige der kommenden Bahnhöfe. Ich bin in Flämisch-Brabant gelandet. Nun ist Leuven angezeigt. Und ich weiß, ich bin halbwegs am Ziel meiner Reise.

Zwölf Tage Leuven. Viel zu wenig, aber ein guter Anfang.