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Herzogtum Brabant

Eine ausführliche Darstellung des Achtzigjährigen Krieges, dem Freiheitskampf zwischen den Niederlanden und Spanien, soll an dieser Stelle nicht gegeben werden. Dies haben andere besser erledigt. Mir geht es an dieser Stelle darum, die Rolle Brabants im Kampf herauszuarbeiten, zumal gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Immerhin läutet das Jahr 1598 einen neuen Abschnitt ein: Philipp II. stirbt, und die Befehlsgewalt geht an Albert und Isabelle in Brüssel.

Obwohl Spanien auf der anderen Seite des Erdballs damit beschäftigt war, das jüngst entdeckte Amerika zu plündern, konnte es sich diesen teuren Krieg im Norden überhaupt nicht leisten. Das Land steckte bald in einer finanziellen Krise; die Soldaten konnten nicht bezahlt werden. Daraufhin beschlossen diese, sich selbst zu versorgen. Sie meuterten und zogen sich aus dem armen Norden in den reicheren Süden des Landes zurück. Die "Spaanse Furie" wütete über mehrere Jahre: Mecheln, Zutphen und Naarden wurden geplündert, ebenso Haarlem, Oudewater und Bommende. Am Schlimmsten aber traf es Antwerpen. Am 4. November 1576 begannen die Truppen, die Stadt zu plündern. Viele tausend Niederländer sollen bei den Greueltaten ums Leben gekommen sein. Die Chroniken berichten von allen Arten an Misshandlungen, auch zahlreiche Stiche halten dieses Ereignis fest.

Auch der Bildersturm ist 1576 noch in vollem Gange. Auf der Homepage der Stadt Tilburg in Nordbrabant wird berichtet, in diesem Jahr haben Bilderstürmer die Kirche aufgesucht und Heiligenbilder und andere in ihren Augen verwerfliche Gegenstände zerstört.

1596 erklärte Spanien sich für zahlungsunfähig. Am 2. Mai 1598 unterzeichneten Frankreich und Spanien das Friedensabkommen von Vervin. Damit war zumindest ein Gegner besänftigt. Aber Philipp war gezeichnet. Bei seinem Tod im September 1598 hinterlässt er 100 Millionen Dukaten Staatsschulden.

Kurz vor seinem Tod verfügte er jedoch noch, dass Spanien und seine Territorien zwar an seinen Sohn Philipp III., die Niederlande jedoch als Mitgift an seine Tochter Isabella gehen sollten. Und diese war dem Generalstatthalter Albert in Brüssel versprochen. Mit ihrer Vermählung im Mai 1599 wurden Albert und Isabella zu "Erzherzögen", zwar immer noch abhängig von Spanien, jedoch mit weitgehenden Handlungsfreiheiten.

So war eine von Alberts ersten Amtshandlungen die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen mit den nördlichen Provinzen der Niederlande, die sich zur Utrechter Union (seit 1579) zusammengeschlossen und von den habsburgisch-spanischen Niederlanden losgesagt hatten. Blöderweise war der Führer der Staaten von Holland, Johann van Oledenbarnevelt, nicht wirklich am Frieden interessiert. Er plante nämlich einen Feldzug nach Flandern, um sich diese Gebiete einzuverleiben. Aber das ist bereits wieder eine andere Geschichte.