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Justus Lipsius - Joest Lips

aus der Volkszählung des Jahres 1597/98 für den Cappellenberch, Leuven

De Cappellenberch - Sint Antoniusberg met een gedeelte der Sint Antoniusplaats en der Parijsstraat. [...]
Item, Heer ende Mr Justus Lipsius, professeur, woonend in zyn eygen huys, met zyne huysvrouwe, zeven commensaelen, eenen knecht ende twee maerten.
De beroemde Justus Lipsius kocht dit huis, in 1594, van meester Jan Opdenbergh. Het was gestaan in de Legestraat, thans Parijsstraat, naast de woning van wijlen den heer D. vanden Schriek. Lipsius overleed in dit huis, den 23 April 1606, oud 58 jaren.
Zijne huisfrvrouw was Anna vanden Calstere, dochter van Lodewijk vanden Calstere, broodbakker, te Leuven, en van Anna van Huldegaerden.

Quelle: Boonen, a.a.O., p.334f.

 

Justus Lipsius, eigentlich Joest Lips, berühmter Philolog, geb. 18. Okt. 1547 zu Oberrissche bei Brüssel,  gebildet in Ath und bei den Jesuiten zu Köln, studierte seit 1563 zu Löwen die Rechte, besonders aber Humaniora, wurde 1567 infolge der »Variarum lectionum libri III« als Sekretär seines Gönners, des Kardinals Granvella, nach Rom berufen, kehrte 1569 nach Löwen zurück, ging aber bald darauf nach Wien und folgte 1572 einem Ruf als Professor der Beredsamkeit und Geschichte nach Jena.

Wegen Mißhelligkeiten mit seinen Amtsgenossen wendete er sich 1574 nach Köln, wo er seine »Antiquarum lectionum libri V« (Antwerp. 1575) schrieb, hielt seit 1576 in Löwen Vorlesungen, wurde 1578 unter Übertritt zur reformierten Kirche Professor der Geschichte zu Leiden, enthob sich 1591, nachdem seine Stellung durch die Abhandlung »De una religione« und seine »Politicorum libri IV« bereits unhaltbar geworden war, durch Rücktritt zur katholischen Kirche selbst seines Amtes und wirkte seit 1592 als Professor der alten Geschichte in Löwen, wo er, kurz vorher auch zum Historiographen des Königs ernannt, 23. März 1606 starb. 1853 wurde ihm daselbst ein Denkmal errichtet. Lipsius' Verdienste erstrecken sich besonders auf die römischen Antiquitäten und die Kritik lateinischer Texte, vorzugsweise archaistischer und aus der silbernen Latinität. In letzterer Beziehung heben wir seine Leistungen zu Plautus, Nonius,Vellejus, Valerius Maximus, dem Philosophen Seneca, des Plinius »Panegyricus«, besonders aber seine Ausgabe des Tacitus (Antwerp. 1574; zuletzt 1600, 1607 u. 1668) hervor. Dem entsprechend ist auch sein lateinischer Stil eine Verschmelzung der archaistischen Latinität mit der des Apulejus, Tertullian, Cyprian und Arnobius und blieb nicht ohne nachteiligen Einfluß auf die Schreibweise der nächstfolgenden Philologen. In der Philosophie war er, wie sein Werk »De constantia in malis publicis« (Antwerp. 1575) beweist, Anhänger der Stoiker.

Seine Briefe wurden von ihm selbst (Leiden 1586-90, 2 Bde.) und von Burmann (Amsterd. 1725, 5 Bde.) gesammelt. Daneben verfaßte er: »Epistolicarum quaestionum libri V« (Antwerp. 1577). Seine »Opera omnia« erschienen zu Antwerpen (1585, 8 Bde.), vollständiger zu Wesel (1675, 4 Bde.).

aus Meyers Konversations-Lexikon, 1885

1569 kehrte Lipsius nach Löwen zurück. 1570 begab er sich auf eine Studienreise, welche ihn erst nach Wien führte, wo er mit den Humanisten um Kaiser Maximilian II. bekannt wurde. Er reiste weiter durch Böhmen, Sachsen und Thüringen und nahm 1572 einen Ruf als Professor für Beredsamkeit und Geschichte an der Universität Jena an. Wahrscheinlich hatte Lipsius Schwierigkeiten mit seinen Kollegen, da er Jena 1573 wieder verließ und nach Köln ging. Dort heiratete er noch im selben Jahr Anna van den Calstere, die Witwe des Tuchhändlers Hendrik Lottyns.

Ab 1576 hielt Lipsius in Löwen Vorlesungen. Nach dem Sieg von Don Juan de Austria über die Generalstaaten am 31. Januar 1578 ging er seiner Orthodoxie wegen nach Antwerpen, später dann nach Leien. Dort wurde er 1578, nachdem er konvertiert war, an den Lehrstuhl für Geschichte berufen. Im Folgejahr wechselte er an den Lehrstuhl für Geschichte und Jura. Neben Isaac Casaubon und Joseph Justus Scaliger wurde Lipsius zum Star dieser kalvinistischen Universität.

1581 verhöhnte er seine Gegner mit dem Pasquill Satyra Menippaea. Doch einige Jahre später, nach der Veröffentlichung von De una religione und Politicorum sive civilis doctrinae libri IV, war Lipsius unhaltbar geworden. Er verließ Leiden und reiste über Mainz nach Lüttich.

Nach seiner öffentlichen Rückkehr zur katholischen Kirche bekam er aus allen katholischen Staaten nun Lehrstühle angeboten; sogar Papst Clemens VIII. wollte ihn in den Vatikan holen. Lipsius entschied sich für seine Heimat Löwen und lehrte ab 1592 dort als Professor für Geschichte. Als solcher wurde er vom spanischen König Philipp II. zum Hofhistoriographen ernannt. Ende der 90er Jahre entdeckte er die Wachtendonckschen Psalmen, einen der ältesten altniederländischen Texte.

Durch Erzherzog Albrecht erhielt er den Titel eines Staatsrates.

Im Alter von 58 Jahren starb Justus Lipsius am 23. März 1606 in Löwen.