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Franz Coster

Coster (1532-1619) war ein Glaubenseiferer ganz eigener Art, zielorientiert und weitestgehend undogmatisch in seinem Auftreten. Nachdem er gemerkt hatte, wie durchschlagend der Erfolg der Sodalitäten in Rom und Paris war, gründete er eine solche auch am Jesuitenkolleg in Douai und wenig später am Drei-Kronen-Gymnasium im Köln, ohne sich allerdings zuvor mit dem zuständigen Provinzial abzusprechen. Die kirchliche Approbation besorgte er sich vom gerade anwesenden päpstlichen Nuntius Kaspar Gropper, also ebenfalls vorbei an der internen Jesuitenhierarchie. Coster lag an einem schnellen Wachstum der Gruppen, und dies gelang ihm ausnehmend gut. Bereits ein Jahr nach der Gründung bestand die Kongregation in Douai aus 630 Schülern, die sich regelmäßig zu Gebet und Andacht zusammenfanden.

Auch in den folgenden Jahren ging Coster seinen eigenen Weg. Er gründete neue Gruppen in anderen Städten und schrieb, um ihnen einen festen Rahmen zu geben, ein Sodalen-Büchlein mit Regeln, die für all diese Sodalitäten gelten sollten. Nun war es keinem Jesuiten gestattet, überhaupt etwas zu veröffentlichen, was nicht zunächst einer höheren Instanz zur Approbation vorgelegen hatte. Daher hielt sich die Begeisterung der Ordensleitung in Grenzen, als sie das frisch gedruckte Werk Costers in die Finger bekam, der natürlich nicht daran gedacht hatte, seinem Eifer um einiger bürokratischen Verzögerungen willen Einhalt zu gebieten.